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Christine Kammerer

Praxis für Psychotherapie

Mit staatlicher Zulassung nach dem Heilpraktiker-Gesetz

 

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Internetsucht, Computerspielsucht

5 Kriterien für das Vorliegen einer Internet- bzw. Computerspielsucht:

Einengung des Verhaltensraums:

Der größte Teil des Tageszeitbudgets wird über längere Zeitspannen zur Internetnutzung verausgabt (auch verhaltensverwandte Aktivitäten wie beispielsweise Optimierungsarbeiten am Computer).

Kontrollverlust:

Die Kontrolle über die Internetnutzung geht weitgehend verloren; Versuche, das Nutzungsausmaß zu reduzieren oder die Nutzung zu unterbrechen, bleiben erfolglos oder werden - ggf. trotz Vorhandenseins eines Bewusstseins für dadurch verursachte persönliche oder soziale Probleme - erst gar nicht unternommen.

Toleranzentwicklung:

Die „Dosis“ zur Erreichung der angestrebten positiven Stimmungslage muss gesteigert werden.

Entzugserscheinungen:

Beeinträchtigungen der psychischen Befindlichkeit (Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Aggressivität) und psychisches Verlangen („craving“) nach der Internetnutzung als Folge zeitweiliger Unterbrechung.

Negative soziale Konsequenzen:

Eintreten negativer sozialer Konsequenzen in den Bereichen Arbeit und Leistung sowie soziale Beziehungen (z.B. Probleme mit Freunden, Familie oder Schule) aufgrund der Internetaktivitäten.

 

Wie kann Betroffenen geholfen werden?

Nur eine individuelle Betrachtung der Problematik des Einzelnen und seiner sozialen Situation kann zeigen, welche Risikofaktoren in der Persönlichkeit des Betroffenen angelegt sind und welche zum Beispiel in seinem soziales Umfeld verstärkend hinzu treten. Auch in Krisensituationen wie z. B. bei Trennung oder Verlust kann es zu Rückzugserscheinungen und vermehrten Computer-Aktivitäten kommen. Problematisch wird es dann, wenn dieser Zustand über einen Zeitraum von mehreren Wochen anhält und mindestens drei der o. g. Kriterien erfüllt sind.

Pauschale Schuldzuweisungen, permanente Auseinandersetzngen, Kritik, Verbote etc. verfehlen in aller Regel die erwünschte Wirkung und können die Rückzugstendenzen sogar verstärken.

Beim Vorliegen einer manifesten Internet-Sucht sollte in jedem Falle professionelle psychotherapeutische Unterstützung gesucht werden.

Ziel der Behandlung ist generell eine starke Reduzierung der Online-Zeiten. Nutzungsgewohnheiten werden hinterfragt und nachhaltig verändert, alternative Verhaltensweisen werden vermittelt und trainiert. Der Betroffene wird dabei unterstützt, seinen eingeengten persönlichen Handlungsspielraum zu erweitern und vernachlässigte Aktivitäten sowie soziale Kontakte wieder zu pflegen.

Im Focus der Therapie jugendlicher Internet-Süchtiger steht vor allem die Stärkung des Selbstwerts, die Entwicklung der sozialen Kompetenzen und die Festigung der Ich-Stärke, da nur diese Grundpfeiler die Gewähr dafür bieten, dass diese Jugendlichen - auch für ihr späteres Leben - eine höhere Frustrationstoleranz für Probleme in ihrem sozialen Umfeld und erfolgreichere Strategien der Konfliktbewältigung entwickeln.

 

 

Ist Ihr Kind computersüchtig?
Ein Test hilft bei einer ersten Einschätzung. WDR Wissen, Quarks & Co

Lesen Sie auch: Internetsucht bei Jugendlichen - Flucht in eine trügerische Welt
Etwa acht Prozent der 14- bis 18-Jährigen weisen Internet-Suchtmerkmale auf - Tendenz steigend. Die mit der Sucht verbundenen Symptome sind mit jenen vergleichbar, die auch bei nicht substanzgebundenen Süchten auftreten.

 

© 2012 Christine Kammerer, 09 11 - 59 74 320, 01 71 - 14 27 585