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Christine Kammerer

Praxis für Psychotherapie

Mit staatlicher Zulassung nach dem Heilpraktiker-Gesetz

 

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Kommunikationsregeln

Versuche Dich in Gesprächen an die folgenden Regeln zu halten. Experimentiere damit und mach Deine eigenen Erfahrungen im beruflichen und privaten Alltag. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn Du diese Regeln nicht sofort beherrscht - das ist das langfristige Lernziel, das nur durch Übung erreicht werden kann.

1. Äußere Deine Interessen: Sei Dir bewusst, dass Du und Dein Partner verschiedene Menschen sind, die z. T. gleiche und z. T. unterschiedliche Interessen haben. Akzeptiere diese Verschiedenheit und mache weder Dir noch Deinem Partner Vorwürfe, wenn sich Eure Interessen unterscheiden. Äußere frei Deine Interessen, aber erwarte nicht, dass Dein Partner sie stets so erfüllen sollte, wie Du es Dir vorstellst. Vertraue hingegen darauf, dass ihr gemeinsam Lösungen für Eure Konflikte finden werdet, die Deinen wie seinen Interessen gerecht werden.

2. Experimentiere mit Dir: Versuche öfter, neues Verhalten auszuprobieren und prüfe Dich, welches Verhalten Du aus Angst nicht vor Deinem Partner zeigen magst. Überlege, ob diese Angst aus Vor-Erfahrungen mit Deinen Eltern oder früheren Partnern resultiert und versuche, immer wieder zu testen, ob Deine Angst realistisch ist. Riskiere dabei das kleine aufgeregte Kribbeln, das ein guter Anzeiger dafür ist, dass Du neues Verhalten ausprobierst, das Du sonst aus Angst vermieden hast!

3. Störungen haben Vorrang: Dies ist die wichtigste Regel überhaupt. Falls Du Dich in einem Gespräch" ängstlich, verärgert, peinlich berührt, verletzt, oder traurig fühlst, dann unterbrich die inhaltliche Diskussion und teile Deinem Partner zunächst mit, wie Du Dich fühlst. Auf diese Weise vermeidest Du, Deine Gefühle auf der inhaltlichen Ebene indirekt auszudrücken, und Du kannst überlegen, wie diese Gefühle entstanden sind und wie Du sie beheben kannst. Ist diese Störung behoben, dann wird das Gespräch wieder aufgenommen. Sage dann z. B.: „Ich fühle mich gestört, ich bin jetzt nämlich sehr ärgerlich.“

4. Bitte bei defensiver (verteidigender) Kommunikation um eine Pause: Wenn Du den Eindruck hast, dass Du oder Dein Partner sich in Verteidigungshaltung befinden oder sich aggressiv anklagen, dann bitte um eine kleine Gesprächspause zur Beruhigung. Schließe in dieser Pause Deine Augen, atme tief ein und aus, konzentriere Dich auf Deine Körpergefühle und denke nach über den Inhalt des vorangegangenen Gesprächs, über Deine Gefühle und über die vermutlichen Gefühle Deines Partners.

5. Eigene Meinungen statt Fragen: Wenn Du eine Frage stellst - sage, warum Du sie stellst. Fragen sind oft eine Methode, sich und seine eigene Meinung nicht zu zeigen. Außerdem können Fragen oft inquisitorisch wirken und Deinen Partner in die Enge treiben. Äußerst Du aber Deine Meinung, hat Dein Partner es viel leichter, Dir zu widersprechen oder sich Deiner Meinung anzuschließen.

6. „Ich“ statt „man“ oder „wir”: Sprich möglichst nicht per „man“ oder „wir“, weil Du Dich hinter diesen Sätzen zu gut verstecken kannst und die Verantwortung nicht für das zu tragen brauchst, was Du sagst. Zeige Dich als Person und sprich per „ich“. Außerdem sprichst Du in "man“- oder „wir“-Sätzen für Deinen Partner mit, und Du weißt gar nicht, ob der das wünscht.

7. Keine Vorwürfe!!!: Vermeide, Deinen Partner anzuklagen, ihm Vorwürfe zu machen oder auf andere Weise ein schlechtes Gewissen zu erzeugen. Wenn Du anders denkst als er, dann lasse ihm seine Meinung und sage dazu, was Du meinst. Wenn Du ärgerlich bist, dann sprich von Deinem Ärger direkt und drucke ihn nicht indirekt als Anklage aus. Wenn Du von Deinem Partner eine Änderung wünscht, dann drücke das als WUNSCH aus und nicht als Vorwurf aus.

8. Keine „alten Hüte“: Wenn Du ärgerlich auf Deinen Partner bist oder Dir von ihm eine Veränderung wünschst, dann bleibe in der Gegenwart oder äußere Deinen Wunsch für die Zukunft. Wenn Du „alte Hüte“ ausgräbst, verhinderst Du, dass Ihr beide am Thema bleibt und eine Lösung für die Zukunft suchen könnt. Dein Partner wird Dir nämlich dann bald zeigen, dass Du Unrecht hast und er sich damals ganz anders verhalten hat und bald sprecht Ihr nur noch über das Damals und vermeidet damit, eine Änderung für die Zukunft zu besprechen. Versuche also, im HIER UND JETZT zu bleiben und zu sprechen. Sage z. B. „Hier stört mich…“ oder „Jetzt fühle ich...“ oder „Jetzt wünsche ich mir von Dir, dass Du...“

9. Versuche, Partnerzentriert (Partnerbezogen) zu reagieren, bevor Du Deine eigene Meinung sagst: Wenn Du den Eindruck hast, dass das Gespräch aufgeregt und schnell wird und Ihr beide nicht mehr ganz versteht, was der andere meint - dann versuche zunächst zu wiederholen, was Dein Partner gesagt hat, und teile dann erst Deine Meinung mit. Auf diese Weise musst Du Dich mehr konzentrieren, bewusster zuhören, kannst immer wieder prüfen, ob Du Deinen Partner auch richtig verstanden hast.

10. Gib "Rückmeldung:", wenn Du das Bedürfnis hast: Löst das Verhalten Deines Partners angenehme oder unangenehme Gefühle bei Dir aus, teile es ihm s o f o r t mit, und nicht später einem Dritten. Wenn Du eine Rückmeldung (Feedback) gibst, sprich nicht in einer bewertenden Weise. Vermeide Interpretationen und Spekulationen über den anderen. Sprich nicht in „Du bist... " oder „Du fühlst…“-Form, wobei ein Tonfall mitschwingt: „..... und das weiß ich ganz genau!“ Sprich zunächst einfach von den Gefühlen, die durch das Verhalten Deines Partners bei Dir ausgelöst werden. Danach kannst Du versuchen, das Verhalten des anderen so genau und konkret wie möglich zu beschreiben, damit er begreifen kann, welches Verhalten Deine Gefühle ausgelöst hat. Lass dabei offen, wer der „Schuldige“ an Deinen Gefühlen ist. Du benötigst dabei keine objektiven Tatsachen oder Beweise - Deine subjektiven Gefühle genügen, denn auf diese hast Du ein unbedingtes Recht. Versuche vor Deiner Rückmeldung die Einwilligung Deines Partners einzuholen. Die Rückmeldung wird nur dann hilfreich sein, wenn der Partner die Bereitschaft hat, Dir zuzuhören.

11. Wenn Du eine Rückmeldung erhältst, höre ruhig zu: Wenn Du eine Rückmeldung erhältst, versuche nicht gleich Dich zu verteidigen oder die Sache »“klar-zu-stellen“. Denke daran, dass Dir Dein Partner keine objektiven Tatsachen mitteilen kann, sondern nur seine subjektiven Gefühle und Wahrnehmungen. Freu' Dich zunächst, dass Dein Partner Dir sein Problem erzählt, das er mit Dir hat. Diese Haltung wird Dir helfen, ruhig zuzuhören und zu prüfen, ob Du auch richtig verstanden hast, was er meint. Teile ihm zunächst mit, welches Gefühl seine Rückmeldung in Dir ausgelöst hat, dann erst geh auf den Inhalt ein.

12. Achte auf Signale Deines Körpers und achte auf die Körper-Signale Deines Partners: Die Körpersprache wird sehr häufig vernachlässigt. Sie gibt Dir aber unter Umständen äußerst wertvolle Hilfen und Informationen. Wenn Du z. B. bei einem Gespräch vor Aufregung oder Angst schwitzt, dann kannst Du Deinen Partner zunächst einfach diese Körperempfindung mitteilen. Zum Beispiel: „Ich spüre, dass ich schwitze, ich bin jetzt ganz aufgeregt.“ Oder: „Ich sehe, dass Du bei meinen Worten lächelst. Damit kann ich nichts anfangen. Was ist denn jetzt überhaupt los?“

 

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© 2012 Christine Kammerer, 09 11 - 59 74 320, 01 71 - 14 27 585

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